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Netzwerk für Ideen,
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Hand in Hand in eine gemeinsame Zukunft.

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Zeitzeugen - Fragt uns, solange es uns noch gibt!

Die lokale Agenda 21 in Ehingen hat im Jahr 2006 den Themenschwerpunkt „Jung und Alt zusammen" aufgebaut. Es geht darum, eine Brücke zwischen den Menschen verschiedener Generationen zu schaffen und ein lebendiges Miteinander in der Stadt zu fördern.

Es soll im ökologischen Bereich auch im sozialen Bereich eine nachhaltige Stadtgesellschaft, die von gegenseitigem Verständnis und breit angelegter Solidarität bestimmt wird, entwickelt werden. Darin sehen alle Beteiligten die Basis, um zukünftigen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen.

Zeitzeugen berichten über Flucht und Vertreibung und über die neue Heimat Ehingen. Migranten, die in Ehingen Fuß gefasst haben, erzählen ihre Lebensgeschichte. Sie berichten über ihr Schicksal, antworten auf Fragen und machen den Blick auf Ehingen von außen frei. Als Zeitzeugen für die Vertreibung und Verfolgung stehen sie jüngeren Migranten und Einheimischen zur Verfügung.

Bevor die Zeitzeugen berichten, werden sie auf ihre Aufgabe vorbereitet. Eine Nacharbeitung der öffentlichen Termine ist vorgesehen. Dadurch werden subjektive Erinnerungen gesammelt, objektiviert und auf einfühlsame Weise werden die Zeitzeugen begleitet.

Projektziel: Prozesse des sozialen Lernens anstoßen

I. Lernprozesse der Migranten/Zeitzeugen

  • Zeitzeugen haben einen persönlichen Gewinn durch die Biografiearbeit.
  • Zeitzeugen erfahren stellvertretend für viele andere Zuwanderer eine öffentliche Wertschätzung.
  • Durch die Objektivierung des eigenen Schicksals erhalten Zeitzeugen die Chance, von Widrigkeiten der Vergangenheit loszulassen und sich auf die Gegenwart und die Zukunft zu konzentrieren.

II. Lernprozesse der Zuhörer

Ergänzung des Faktenwissens mit subjektiven/persönlichen Erfahrungen

Im Verstehensprozess heißt das auf der emotionalen Ebene:

  • Betroffenheit wird erzeugt, zugelassen und ausgedrückt
  • Schicksale werden nachempfunden
  • Verständnis muss gesichert werden.
  • Auf der intellektuellen Ebene lernen die Zuhörer den Umgang mit Quellenmaterial und die Kontextabhängigkeit von Aussagen zu erkennen.

III. Lernprozesse in der Stadtgesellschaft

  • Den Blick der Zuwanderer auf Ehingen kennen lernen
  • Integrationswege erkennen
  • Die Perspektivenvielfalt bei der Wahrnehmung des Stadtgeschehens als Chance begreifen
  • Die unbekannte Sichtweise kann den Einzelnen die Chance eines erweiterten Selbstverständnisses bieten
  • Basis für gemeinsames Gestalten von Zukunft schaffen

Methoden

Möglichkeiten für Gespräche zwischen Zeitzeugen und interessierten Zuhörern einrichten. (Fokusgruppen, Erzählcafes, ...)

Dabei dürfen wir auf die Erfahrungen von Frau Hagenmeyer und Frau Porsche zugreifen, die seit gut 3 Jahren ein Erzählcafe für Migrantinnen betreuen. Frau Hagenmeyer hat als empirische Kulturwissenschaftlerin Erfahrungen mit oral history-Methoden und hat Kurse im Bereich der Biographiearbeit an Bildungseinrichtungen angeboten. Wir werden durch einen fachlichen Beirat bestehend aus der Museumsgesellschaft Ehingen und der Caritas unterstützt.

Diskurse über die zukünftigen Integrationsformen anlegen (Planungszellen, Zukunftskonferenzen). Frau Dr. Köberle hat langjährige Erfahrungen als Wissenschaftlerin und als Moderatorin verschiedener Beteiligungsverfahren im Bereich der Diskursgestaltung. Sie hat im vergangenen Dezember eine Beteiligung von Kindern an der Umgestaltung der Mittleren Schwäbischen Alb für die Stiftung Kinderland abgeschlossen.

Das Soziale Lernen soll unterstützt werden durch eine Internet-Lernplattform, die virtuelle Diskussionen in vielfältiger Weise unterstützt. Im Rahmen des Projektes schulen wir die Teilnehmer in der Nutzung von Moodle. Hier können wir mit dem Moodle-Experten Herrn Stiegler zusammenarbeiten, der ebenfalls Erfahrungen im Bereich der Partizipation aus dem Projekt der Stiftung Kinderland mitbringt.

Zielgruppen

In Ehingen leben derzeit geschätzte 5.500 bleibeberechtigte Zuwanderer. Diese Menschen wollen wir erreichen.

Über eine aktive Jugendarbeit gemeinsam mit dem Jugendzentrum EGO und dem DRK wollen wir junge Menschen mit den sehr erschütternden Biographien der Zuwanderer konfrontieren.

Über die Museumsgesellschaft sprechen wir außerdem die historisch interessierten Ehinger Bürgerinnen und Bürger an. Damit meinen wir einen großen Teil der Stadtgesellschaft Ehingens zu erreichen.

 

 

 

 

30.09.2008
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