Schriftgröße:

Logo_Puzzle

Netzwerk für Ideen,
Diskussionen und gemeinsames Gestalten.
Bürgerschaft, Politik und Verwaltung:
Hand in Hand in eine gemeinsame Zukunft.

Logo_Puzzle2

.

Lob für WEKI-Projekt: Beispiel für kommunales Engagement in der Entwicklungspolitik

 

Auf persönliche Anfrage und Einladung der SKEW, einer Unterabteilung von „Engagement Global“, Bonn, nahmen Medhin und Haile Anday für ihr WEKI-Projekt und Wolfgang Sigloch, als Vorsitzender des Arbeitskreises Eine Welt Ehingen e.V., dem wichtigsten Partner des WEKI-Projektes, am 1. Netzwerktreffen Migration und Entwicklung auf kommunaler Ebene in Baden-Württemberg teil, das am 29.01.2016 im Stadthaus in Mannheim durchgeführt wurde.

Der ausdrückliche Grund für die Einladung war die Zuerkennung eines Sonderpreises im Wettbewerb 2014 „Kommune bewegt Welt“, für das Ehinger WEKI-Projekt und dessen Vorstellung vor Vertretern von Kommunen, Verbänden und Vereinen aus ganz Baden-Württemberg.

„Engagement Global gGmbH – charakterisiert sich selbst als „Service für Entwicklungsinitiativen“ und als „die Ansprechpartnerin in Deutschland für entwicklungspolitisches Engagement, deutschlandweit und international.“ Die gemeinnützige GmbH gibt es seit 2012. Sie wird zum größten Teil vom Bund und z.T. auch von den Ländern finanziert.

Der Sonderpreis 2014 ist dem Projekt seinerzeit deshalb zugesprochen worden, weil eine private entwicklungspolitische Initiative partnerschaftlich durch den „Arbeitskreis Eine Welt Ehingen“ betreut und in sehr starkem Maße von der Ehinger Bevölkerung unterstützt wird.

Die Teilnehmer rekrutierten sich zu zwei Drittel aus den kommunalen Verwaltungen von Freiburg bis Crailsheim und von Ehingen bis Bruchsal, und neben anderen aus Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim. Aus dem Regierungsbezirk Tübingen, war neben der Stadt Tübingen nur Ehingen mit dem WEKI-Projekt vertreten. Die Ehinger waren auch die einzigen, die neben den Moderatoren und Veranstaltern als Referenten auftraten.

Unter dem Tagesordnungspunkt „MigrantInnen als entwicklungspolitische Akteure auf der kommunalen Ebene“ wurde zunächst von Wolfgang Sigloch die Grundlagen des WEKI-Projekts in Ehingen vorgestellt. Er hob in seinem Beitrag die relativ günstigen Bedingungen hervor, die das Projekt in Ehingen erst möglich gemacht haben. An erster Stelle stehe der Wille zur bedingungslosen Integration, den die Familie Anday von Anfang an gezeigt habe, indem sie sich sprachlich, beruflich und vor allem auch gesellschaftlich offen den Verhältnissen in der Kleinstadt Ehingen gestellt hat. Dann die Bereitschaft weiter Kreise der Ehinger Gesellschaft diese Offenheit anzuerkennen, anzunehmen und darauf aufbauend ihre Hilfe in vielfältiger Weise anzubieten. Als wichtigstes Element dieser geglückten Beziehung zwischen Ehinger Bevölkerung und Migranten wurde in der anschließenden Fragerunde das über die Jahre gewachsene Vertrauen beider Seiten zueinander hervorgehoben. Darüber hinaus wies Wolfgang Sigloch darauf hin, dass es in Ehingen ein Klima der Offenheit gäbe, geschaffen durch eine sehr vielfältige und fruchtbare Tätigkeit der „Lokalen Agenda“ und des „Netzwerks Ehrenamt“, die von der Kommune nachhaltig gefördert werden. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über Flüchtlinge, die natürlich am Rande des eigentlichen Themas der Tagung immer wieder angesprochen wurde, wurde auch darauf hingewiesen, dass es in Ehingen schon seit Jahrzehnten einen „Freundeskreis für Migranten“ gäbe, der es immer wieder schaffe, auf beiden Seiten Verständnis zu wecken und immer wieder auftauchende Probleme zu beherrschen.

Haile Anday stellte dann in seinem Referat zunächst seine Familie und deren Weg zur Integration in Ehingen vor, wobei er besonders die Hilfsbereitschaft der Ehinger Bevölkerung auf diesem Weg hervorhob. Aus Dankbarkeit darüber, dass seine Familie in Ehingen ein glückliches Leben gefunden habe, sei der Gedanke geboren worden, etwas von dem an seine Landsleute in Eritrea zurückzugeben, wobei zunächst sein Heimatdorf Weki im Vordergrund gestanden habe. Aus kleinen Anfängen, nämlich mit einer Spende des Arbeitskreises Eine Welt über 1000 €, habe sich das WEKI-Projekt seit 2004 zu einem großen Projekt entwickelt. Dieses besteht bekanntermaßen darin, dass mit der Ausbildung von Kriegswitwen zu Weberinnen mit eigenen, vom Projekt finanzierten Webstühlen, eine nachhaltige Unterstützung geschaffen wird, die dazu führt, dass eine ganze Familien aus den Erlösen der Produktion und des Verkaufs leben und den Kindern sogar die Schulausbildung gezahlt werden kann.

Medhin Anday zeigte dann konkret am Beispiel der eritreischen Nationaltracht, die sie zum Referat trug, und an gewobenen Tüchern, die sie mitgebracht hatte, was dieses Webstuhl-Projekt an Arbeit und damit an Verdienstmöglichkeiten schafft, trägt doch jede Eritreerin, die etwas auf sich hält und die es sich leisten kann, zu den diversen Festen ein solches Gewand.

Mit Beifall und Hochachtung wurde die Vorstellung dieses Projektes, von den Teilnehmern aufgenommen und in dem einen oder anderen persönlichen Gespräch Bewunderung ausgesprochen, besonders was das Engagement der Familie Anday betrifft. Ein Podium mit dem Thema „Die kommunale Entwicklungspolitik ist ohne MigrantInnen nicht möglich“ wurden Aspekte lokaler Aktionsmöglichkeiten, die Kommunalverwaltung, MigrantInnen, Vereine und Aktionsgruppen, mit einbezieht, diskutiert. Das Ehinger WEKI-Projekt dürfte dabei, obwohl es nicht eins zu eins auf andere Kommunen übertragbar ist, als nachahmenswertes Beispiel erschienen sein.

StolzGabriele 02.02.2016
  • PDF
  • Sie können diese Seite versenden/ empfehlen